Hauptinhalt

Landesaktionsplan

Vorwort

Petra Köpping, Sächische Staatsministerin für Gleichstellung und Integration
Petra Köpping, Sächische Staatsministerin für Gleichstellung und Integration 

Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgeschlechtliche, Transgender, Intersexuelle und queere Menschen (LSBTTIQ) gehören zur Lebensrealität in Sachsen. Diese Menschen mit ihren unterschiedlichen Lebensentwürfen sind noch immer nicht selbstverständlicher Teil unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens. Nach wie vor gibt es Berührungsängste, Vorurteile, Ausgrenzungen, Diskriminierungen bis hin zu Fällen von hassmotivierter Gewalt. Mit dem vorliegenden Aktionsplan stellt die Sächsische Staatsregierung die Weichen für eine gezielte Bekämpfung von Diskriminierung und für die Akzeptanz von sexueller und geschlechtlicher Vielfalt in Sachsen. Wenn Antidiskriminierung kein bloßes Lippenbekenntnis bleiben soll, dann müssen wir genau hinschauen, wo Menschen bewusst oder unbewusst ausgegrenzt oder diskriminiert werden. Der Aktionsplan zeigt für Bereiche wie Arbeitswelt, Jugend und Familie, Bildung, Gesundheit und Gewaltschutz konkreten Handlungsbedarf auf und legt Maßnahmen fest, um offensichtliche Diskriminierungen nachhaltig abzubauen.

Die Akzeptanz von lesbischen, schwulen, bisexuellen, transgeschlechtlichen, transgender, intersexuellen und queeren Menschen gehört zu einem weltoffenen Sachsen. Akzeptanz und Toleranz lassen sich allerdings nicht verordnen, sondern müssen gelebt werden. Der Landesaktionsplan wendet sich nicht nur an die eingeschränkte Klientel einer LSBTTIQ-Community, vielmehr an alle Bürgerinnen und Bürger in Sachsen.

Die Grundlage für den vorliegenden Aktionsplan wurde im November 2015 gelegt, als zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus Zivilgesellschaft, Politik und Verwaltung aus allen Regionen Sachsens in Dresden zu vier Beteiligungsworkshops zusammenkamen. Hier wurden Lebensrealitäten und Diskriminierungserfahrungen der LSBTTIQ immer wieder auch aus konkreter persönlicher Betroffenheit in den Blick genommen. Gemeinsam entwickelten die Teilnehmenden Ideen und Vorschläge, die dokumentiert und zu wesentlichen Teilen in die Ziele und Maßnahmen des Aktionsplans aufgenommen wurden. Stil und Atmosphäre dieser Workshops haben bereits etwas von dem abgebildet, was wir mit diesem Aktionsplan erreichen wollen: Offenheit, Bereitschaft zum Zuhören sowie Akzeptanz gegenüber denjenigen Lebenslagen und Entwürfen, die sich von denen der Mehrheitsgesellschaft unterscheiden.

Ziele und Maßnahmen des nun vorliegenden Plans konzentrieren sich auf Themen, die die Staatsregierung in eigener Zuständigkeit umsetzen kann. Ich wünsche mir, dass die Umsetzung dieser Ziele und Maßnahmen als ein Prozess gestaltet wird, der in viele Bereiche unserer Gesellschaft hinein fortwirkt.

Es liegt in der Natur der Sache, dass nicht alle Vorschläge aus den Workshops in den Landaktionsplan Eingang finden konnten – sei es, dass sie auf Grenzen von Zuständigkeit und Ressourcen des Freistaates Sachsen stießen, nicht konsensfähig waren oder sich noch in der Diskussion oder Prüfung befinden. Der Dialog über weitere Maßnahmen zur gleichberechtigten Teilhabe von LSBTTIQ ist mit dem Beschluss dieses Aktionsplans nicht abgeschlossen. Die Diskussion wird auch auf Bundesebene weitergehen. Begleitend zu diesem Aktionsplan haben wir in Sachsen tragfähige Strukturen geschaffen, um den eingeschlagenen Weg in gemeinsamer Arbeit weiterzuverfolgen.

Ich danke allen, die ihre Fachkompetenz, ihr Erfahrungswissen und ihr Herzblut in die Erstellung dieses Aktionsplans eingebracht haben sehr herzlich und freue mich auf eine erfolgreiche Umsetzung.

Petra Köpping
Sächsische Staatsministerin für Gleichstellung und Integration

zurück zum Seitenanfang